von Studium Generale

Kleinstwasserkraftwerke – Energie aus Flüssen

Kleinstwasserkraftwerke – Energie aus Flüssen

Am 17.01.2018 war Dr. Karl Kolmsee - Unternehmer und Visionär – im Rahmen des Wahlkurses Studium Generale zu Gast am Gymnasium Tutzing. Das Thema seines Vortrags lautete „Kleinstwasserkraftwerke“.

Kleinstwasserkraftwerke!? - Was ist das überhaupt? Wozu dienen sie? Und was kann man mit ihnen global bewirken? Genau darum ging es an diesem Nachmittag!

Karl Kolmsee, promovierter Philosoph und studierter Agrar-Ingenieur, betreute 2008 ein Biogas-Projekt in Peru; hier machte er die Bekanntschaft mit einem Kleinbauern, der den sprichwörtlichen Stein ins Rollen brachte. „Bring mir eine Maschine, die elektrischen Strom aus dem Strom des Flusses erzeugt“, so der Auftrag des Peruaners, der Dr. Karl Kolmsee den Anstoß zur Gründung des Startup-Unternehmens Smart Hydro Power gab.

Nachdem Herr Kolmsee zwei Universitätsstudien zum potentiellen Energieertrag in Auftrag gegeben hatte, stellte er einen Maschinenbauer und einen Elektroingenieur ein, um die unfertigen Ideen in ein technisches Konzept umzuwandeln. Somit konnte das Projekt „Strom für entlegene Ortschaften“ starten.

Die ersten Kunden der Kleinstwasserkraftwerke waren Peru und Kolumbien. Die Gebiete im tropischen Regenwald, die in vielen Bereichen eine oft nur unzureichende Infrastruktur aufweisen, waren und sind hinsichtlich der Stromversorgung als besonders förderungsbedürftig anzusehen. In einer Region, in der der Energiebedarf der Bevölkerung in erster Linie durch Holz, Kerosin und Batterien gedeckt wird, ist die Bereitstellung einer eigenen Energiequelle vor Ort natürlich ein entscheidender Fortschritt.

Der erste Prototyp des Kleinstwasserkraftwerks ging im April 2011 im peruanischen Marisol an den Start. Ein internationales Team war hierbei vor Ort. Wenngleich Kommunikation und Zusammenarbeit zwischen den Menschen aus verschiedenen Kulturen auch nicht immer einfach waren, so ist „Diversity“, wie Herr Dr. Karl Kolmsee betont, letztendlich unbedingt als positiv zu sehen, da verschiedene Sicht- und Denkweisen ein ungemein kreatives Potenzial in sich tragen.

Inzwischen gibt es über 50 installierte Smart-Hydro-Turbinen; neben Projekten in Peru, gibt es Projekte in Kolumbien, Nigeria, Sambia, Südafrika, Indien und Indonesien. Alle Projekte zielen darauf ab, Energie in entlegene Gebiete zu bringen und diese in ihrer Entwicklung zur fördern. Wofür die Energie vor Ort dann im Konkreten genutzt werden soll bzw. genutzt wird, darin unterscheiden sich die Projekte deutlich voneinander, Beispiele sind die Bewässerung von Feldern, die Aufbereitung von Trinkwasser oder die Installation einer Eismaschine in einer Gemeinschaftsküche. Nicht immer aber sind die Interessen der Investoren und der Nutzer die gleichen: Manchmal ist es auch so, dass für die Einwohner der Kauf eines Fernsehers, um die neueste Telenovela anzuschauen, im Vordergrund steht.

Auch die Finanzierung der Projekte durch die jeweiligen Staaten oder private Investoren stellt sich im Nachhinein oft als nicht gesichert heraus, sodass das Unternehmen auch mit hohen Außenständen klar kommen muss. Das Vertrauen darauf, dass die ausstehenden Gelder noch gezahlt werden, besteht aber nach wie vor.

Auch wenn nicht alle Projekte immer wunsch- und planungsgemäß verlaufen sind, zieht Dr. Karl Kolmsee ein positives Fazit aus seinem Engagement. Mit viel Idealismus und einem „Who am I to blame you“ startet er 2018 in sein neues Projekt in Indien.

Wir wünschen ihm hierbei viel Erfolg und bedanken uns ganz herzlich für den sehr interessanten und kurzweiligen Nachmittag.

 

 

 

 

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